Zum Abschied

Liebe PEAC Freundinnen und Freunde!
Nach 18 erfüllten Jahren werde ich Ende September die Paul Ege Art Collection und das PEAC Museum verlassen, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Ich möchte mich daher auf diesem Weg von Ihnen allen verabschieden.

Als ich Anfang 2004 meine Tätigkeit im damals noch Kunstraum Alexander Bürkle benannten Museum begonnen habe, traf ich in Paul Ege auf einen offenen, weitsichtigen und großzügigen Geist, der andere interessierte Menschen an seiner Leidenschaft für die Kunst unbedingt teilhaben lassen wollte. Mittel zum Zweck war damals wie heute die von ihm und seiner Frau aufgebaute Kunstsammlung, die bereits Anfang der 1990er Jahre einen besonderen Fokus auf Farbmalerei gefunden hatte. Im Laufe der Jahre haben wir die durch das Radical Painting gestellte Frage nach dem Wesen der Malerei auf die Möglichkeiten des Bildes allgemein ausgedehnt und damit deren Relevanz sowohl in die Vergangenheit als auch in die Gegenwart (zurück)geführt. Die beiden letzten, von mir verantworteten Ausstellungen im PEAC Museum - mit Peter Tollens und aktuell noch zu sehen von Sebastian Dannenberg - führen nun noch einmal dieses über die Jahre stetig weiter formulierte Spannungsfeld der Sammlung geradezu mustergültig vor.
Dafür war für mich von Beginn an vor allem auch der Ort sinnstiftend, an dem seit 2004 die Paul Ege Art Collection gepflegt, präsentiert und vermittelt wird. Mitten in einem Industriegebiet in Norden Freiburgs, in einem nüchtern-funktionalen Zweckbau war es mein Ziel, immer wieder neue Zusammenhänge in den Räumen zu entwickeln, in denen erfahrbar wird, dass es nicht ausreicht, Kunst einfach bloß zu zeigen, sondern dass ein Kurator oder eine Kuratorin die Aufgabe hat, in einer Ausstellung Austauschmöglichkeiten zu initiieren, in denen die Kunst durch die Betrachtenden aktiviert wird. Kunstwerke benötigen eine solche Aktivierung, um nicht einfach etwas Materielles zu sein, sondern um Sinnhaftigkeit zu entwickeln. Unter diesen Vorzeichen ist für mich selbst eine Auseinandersetzung mit Kunst immer wieder aufs Neue aufregend.

Mein großer Dank gilt daher Paul und Helga Ege, dass ich mit ihrer Sammlung so lange intensiv und erfüllend arbeiten konnte. Der Bestand war stets aufs Neue Anreiz, um meinen eigenen Blick auf die Kunst sowie auf die Welt, die uns umgibt zu schärfen und – wie ich hoffe - diese Erfahrungen in über 50 Ausstellungen im PEAC Museum auch anderen Menschen ermöglicht zu haben.
Dabei war der Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern, Galeristinnen und Galeristen sowie zum Publikum von besonderer Bedeutung und Qualität für mich. In Erinnerung werden so die vielen schönen, anregenden Begegnungen und Gespräche bleiben – ob bei Atelier- oder Galeriebesuchen, bei Eröffnungen oder den zahlreichen Führungen und Veranstaltungen. Ich danke Ihnen allen sehr dafür!

Bleiben Sie in diesem Sinne der Paul Ege Art Collection und dem PEAC Museum auch weiterhin treu, denn Kunst braucht – wie gesagt - Resonanz!

Mit herzlichen Grüßen
Dr. Julia Galandi-Pascual